Was denkt ihr: Wie gerecht ist die Einkommensverteilung in Deutschland? Verdienen Unternehmer zu viel? Oder ist ihr Verdienst gar zu gering in Relation zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und Erhaltung von bestehenden Arbeitsplätzen, die den Wohlstand in diesem Land ausmachen? Oder ist diese Frage eigentlich überhaupt nicht wichtig?

Mit meinem Blog über die drei Einkommensquellen der Unternehmer habe ich in ein Wespennest gestochen. Die Arm/Reich-Diskussion ist ein Lieblingsthema von vielen hierzulande und hält die Menschen gleichzeitig davon ab, sich mit wichtigen Zukunftsthemen zu beschäftigen. Aber selbst ist die Frau (und natürlich auch der Mann) …

Warum verdienen manche mehr als andere?

„Haste was biste was“, so rappten Tic Tac Toe in den 90zigern, und bilden damit durchaus unsere Realität ab. Aber warum verdienen manche Menschen mehr als andere, haben mehr als andere? 

Das liegt zum einen an der Ausbildung: Je mehr ein Mensch lernt, je mehr er sich spezialisiert und gut darin ist, was er tut, desto gefragter und kostbarer ist seine Expertise. Wer in sich investiert wird also wertvoller.

Wenn jemand in Deutschland nach der Schule sofort in den Beruf wechselt, bleibt er ohne Weiterbildung meist Hilfsarbeiter. Sein Jahreseinkommen wird 30.000 Euro üblicherweise nicht übersteigen. Wenn diese Person allerdings drei Jahre seiner Lebenszeit in eine Ausbildung investiert, ist die Chance groß, danach Jahr für Jahr ein Jahreseinkommen, das um die 45.000 Euro liegt zu generieren. Wer ein Studium anschließt, ist schnell mit über 80.000 Euro Jahreseinkommen dabei.

Im Klartext heißt das: wer 3 bis 5 Jahre seiner Lebenszeit in eine Aus- oder Weiterbildung investiert, kann in den 40 darauffolgenden Jahren etwa 15.000 bis 50.000 Euro im Jahr mehr verdienen als jemand, der nach der Schule nicht weiter gelernt hat. Auf den Punkt gebracht: Lerne was, dann haste was … Drei Jahre Berufsausbildung ergibt ca. 1 Million Euro mehr auf das gesamte Arbeitsleben gerechnet (Rechnung 40 Jahre Arbeitsleben x 30.000 € Mehrverdienst = 1,2 Millionen)!

Das Gute daran ist, dass jeder in allen Lebensphasen eine Weiterbildung starten kann, um so eine wertvollere Größe auf dem Arbeitsmarkt zu werden. Wobei natürlich eine Frage nicht außer Acht gelassen werden darf:

Hat die Welt auf mich und meine Leistung gewartet?

Warum ist der Marktwert eines männlichen Fußball-Stars höher als der einer weiblichen Fußballspielerin oder eines Leichtathletik-Profis? Weil das Publikum entscheidet, dass es Männerfußball interessanter findet als Leichtathletik oder Frauenfußball. Ihr findet das ungerecht?

Ja, aber gleichwohl ist das Realität. Der zweite Punkt, warum manche Menschen mehr verdienen als andere, ist der nutzenbringende Faktor ihrer Arbeit für mehr Menschen – und damit ihr höherer Marktwert.

Und ich wage die Prognose: In nicht all zu ferner Zukunft werden Handwerker die Fußballer des Arbeitslebens werden, weil dieser Berufsstand echte Menschheitsbedürfnisse löst. Das Personal wird aber leider immer knapper.

Der oder die Beste sein!

Wenn ich also gut ausgebildet bin und in einem Bereich tätig bin, der für viele Menschen Nutzen bringt, so dass ich einen hohen Marktwert habe, geht es jetzt noch um die Frage: Wie gut mache ich meinen Job. Oder genauer gefragt: Wie gut will ich meinen Job machen?

Täglich treffen wir Entscheidungen, teilweise unbewußt, Hunderte Entscheidungen.  Welche Lebensmittel kaufe ich wo? Zu welchem Italiener gehen wir am Freitag Abend essen? Oder bestelle ich online bei einem Lieferdienst? Wir lassen uns von Werbung beeinflussen, aber letztendlich entscheiden wir meist nach Bequemlichkeit, Wohlbefinden und dem Kosten-Nutzen-Faktor. Der Mensch ist so. Auch bei der Frage, wie gut er seinen Job machen will. Bequemlichkeit …

Aber wenn ich den bequemen Weg gehe, darf ich auch nicht jammern: „Ich verdiene zu wenig“, „Der oder die verdienen mehr …!“ Denn wir haben Einflussmöglichkeiten.

Anstatt zu jammern und die eigene Situation zu bedauern, fordere ich jeden auf, sich folgende Fragen zu stellen. Fragen, die übrigens für Angestellte und Unternehmer gelten, und mit denen wir uns über die Einflussmöglichkeiten am Arbeitsmarkt (und überhaupt über unsere Position im Leben) klarwerden können:

  • Was tue ich?
  • Wie tue ich es?
  • Wie leicht bin ich zu ersetzen?

Durch die Beantwortung dieser Fragen werden die Einflussfaktoren des Verdienstes eines jeden einzelnen Marktteilnehmers deutlich. Diese Fragen sind wie kleine Stellrädchen. Durch geschicktes Drehen, lassen sich die Verdienstmöglichkeiten erhöhen: Vielleicht orientiere ich mich um und strebe eine andere berufliche Zukunft an? Bilde mich weiter, um besser in meinem Job zu werden, weniger leicht ersetzbar zu sein? 

Wo steht ihr? Welche Stellrädchen könnt ihr drehen und so ausprobieren, wie ihr euren Marktwert steigern könnt?  Was wollt ihr 2020 lernen,?  Wie könnt ihr die Besten in eurem Metier werden? Warum soll der Kunde gerade bei euch kaufen? Wie austauschbar ist eurer Produkt, eure Dienstleistung? Wo steht ihr also heute – und wo wollt ihr in. Zukunft stehen?

Wie gesagt, selbst ist die Frau (und natürlich auch der Mann) … Warten wir also nicht auf morgen, sondern gestalten unser morgen selbst. Ich möchte mich, auch als Unternehmerin, nicht von müßigen Diskussionen davon abhalten lassen, meine Einflussmöglichkeiten zu nutzen und mit den richtigen Entscheidungen die Zukunft zu gestalten.

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