Kürzlich stieß ich auf eine Weisheit der Dakota Indianer, in der es heißt: “Wenn Du dein Pferd zu Tode geritten hast, dann steige ab”.

Meistens erkennen wir im wahren Leben nicht, wenn das Pferd unter uns tot ist. Statt dessen füttern wir es mit hochwertigem Kraftfutter, oder wir engagieren einen Coach, der das Pferd wieder fit machen soll. Sicherheitshalber nehmen wir eine Peitsche zur Hand. Damit wir uns besser fühlen, erzählen wir überall herum, dass schnellere Pferde gedopt sein müssen.

Das Sprichwort assoziierte sehr viel bei mir und ich bemerkte, wie ich ihm schon oft auf den Leim gegangen bin. Es waren nicht nur Geschäftsentscheidungen, die mir in den Sinn kamen, wo ich mich um eine konsequente Entscheidung gedrückt habe, die ich nicht wahr haben wollte und sie zu lange am Leben hielt. 

Als wir uns 2014 entschieden, unseren ältesten Produktionsbereich, die Rohrsteckschlüsselfertigung aufzugeben, mit der mein Großvater vor über 85 Jahren das Unternehmen Robert Böcker OHG gegründet hat, war das der Moment, in dem wir ein schon lange totes Pferd endlich begraben hatten. Was hat uns aber so lange davon abgehalten?

Die Angst vor konsequenten Entscheidungen

Wir hatten Angst, Kunden könnten über unsere Entscheidung verärgert sein und uns verlassen. Wir hatten Angst, die entstehende Umsatzlücke nicht schließen zu können und wohlmöglich Mitarbeiter des alten Geschäftsbereiches entlassen zu müssen. Wir waren unsicher, wie wir die Auflösung des alten Geschäftsbereiches managen und die übrigen Geschäftsbereiche nach vorne bringen sollen.

Letztendlich: Wir hatten Angst, Veränderung zu gestalten! Wir fühlten uns viele Jahre wohler, den Niedergang zu beklagen und das immer kleiner und schwieriger werdende Geschäft, künstlich am Leben zu erhalten.

Jetzt liegt das alles schon 4 Jahre hinter uns und ich weiß, alle Befürchtungen sind nicht eingetreten. Statt dessen haben sie unser Unternehmen stärker gemacht und uns ein klareres Gesicht gegeben. Heute weiß ich, dass gerade das aktive Steuern der Veränderung ein wichtiger Erfolgsfaktor ist. 

Die Jungpferde einreiten

In diesen schnelllebigen wirtschaftlichen Zeiten, in denen die Produktlebenszyklen kürzer werden und sich Märkte rasant verändern, ist es wichtig, sich intensiv mit der Aufzucht der jungen und frischen Pferde zu beschäftigen und diese einzureiten. Es braucht diese Jungpferde im Stall, die den Wagen ziehen, so dass der Abschied von einem toten Pferd nicht so schwer fällt. 

Wer und was sind die jungen Pferde in unserem Stall? Das ist der neue Geschäftsbereich mit innovativen LED-Arbeits- und -Maschinenleuchten. Hier sprudeln die Ideen. Wir kreieren Leuchten für neue Anwendungsgebiete, erweitern die Eigenschaften wie z.B. die Dimmfunktion und verbinden die Leuchten mit dem Internet of Things. Mitarbeiter die nach vorne streben, sich weiterbilden und an ihrem digitalen Mindset arbeiten gehören ebenfalls zu den jungen Pferden. Prozesse, die verbessert werden, um die Abläufe schneller und schlanker zu machen tragen dazu bei die PS (Pferdestärken) auf die Straße zu bringen. 

Und was assoziierst Du mit dem Sprichwort der Dakota-Indianer? Wie sieht es in Deinem Stall aus? Nimm Dir ein bisschen Zeit und überlege Dir, welche Deiner Pferde die Leistungsträger sind und Dir Wachstum bescheren. Welche sich noch entwickeln lassen, aber auch, welche bereits ein Gnadenbrot bekommen. Auch die Entscheidung für ein Gnadenbrot kann eine gute sein, wenn sie bewusst getroffen wir. Auf jeden Fall kommt es auf Dein konsequentes Handeln an.

 

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