Im Februar 2014 besuchte ich das Seminar “der Weg zum erfolgreichen Unternehmer” von Stefan Merath. Dort hörte ich den Satz “der Unternehmer arbeitet nicht im sondern am Unternehmen” zum ersten Mal.

Mir wurde schlagartig bewusst, dass ich in meiner über 20-jährigen Berufserfahrung immer im Unternehmen gearbeitet habe. Das war auch der Grund, warum ich irgendwie auf der Stelle trat und nicht weiter kam.

Mädchen für alles

Ich erledigte alle anfallenden Arbeiten und machte darüber hinaus noch Urlaubsvertretungen. Lösungen für Probleme hatte ich immer sofort parat. Urlaub gönnte ich mir nicht, weil ich den Eindruck hatte, dass ohne mich nichts läuft, und auf diese ganzen Dinge war ich auch noch stolz. Durch den Satz erhielt ich eine andere Perspektive auf meine Arbeit und ich sah plötzlich, wie ich mich ziellos in meinem Hamsterrad abmühte.

Ein weiterer Satz brachte mich ins Grübeln: “Der Kunde des Unternehmers ist der Nachfolger. Das Ziel des Unternehmers ist es, den Wert des Unternehmens zu steigern, um das Produkt, das Unternehmen, später zu verkaufen.“

Alles neu

Diese bahnbrechenden Erkenntnisse an einem Wochenende waren der Startschuss, meine Arbeitsweise komplett zu ändern und unser Unternehmen ganz neu aufzustellen. Ich schaffte den ältesten und nicht mehr profitabel laufenden Geschäftsbereich – die Rohrsteckschlüsselfertigung – ab. Ich setzte den Fokus auf den Aufbau des neuen Geschäftsbereichs der LED-Maschinenleuchten. Wir gestalteten den ganzen Betrieb um und führten mit Hilfe eines Beraters Lean-Management und KVP ein. Ich ernannte meinen besten Mitarbeiter zum Geschäftsführer, um aus dem Tagesgeschäft raus zu kommen. Jetzt konnte ich mich um die wichtigste Aufgabe kümmern: die zukünftige Unternehmensentwicklung!

Raus aus dem Tagesgeschäft und Zukunft gestalten

Gerade in den sich schnell verändernden Zeiten, in denen das Zusammenspiel verschiedener Technologien, globaler Einflussfaktoren, und die Komplexität und Wahlmöglichkeiten zunehmen, ist der/die Unternehmer/in mehr denn je gefordert, die Geschicke des Unternehmens nicht mehr im Tagesgeschäft zu lenken, sondern die große Herausforderung anzunehmen, die Zukunft des Unternehmens und am Besten der Branche aktiv zu gestalten.

Wie so ein Weg aussehen kann, habe ich in den letzten 4 Jahren ergründet. Dabei habe ich mich zum großen Teil von meinem Gefühl leiten lassen. Darüber hinaus habe ich Bücher studiert, wie erfolgreiche Unternehmer aus dem Silicon Valley und der Start-up Szene agieren. Um mein theoretisches Wissen zu untermauern, habe ich seit Januar 2016 meinen Zweitwohnsitz nach Berlin verlegt. Im Mai 2017 habe ich mit dem Deutschen Start-up Verband eine Erkundungsreise nach San Francisco und ins Silicon Valley unternommen.

Die Quintessenz: Heute führe ich unser kleines Familienunternehmen Bauer & Böcker GmbH & Co. KG in der 3. Generation mit dem Mindset und den Methoden der Start-up Szene. Unaufhörlich stoße ich mit meinem Team den Erneuerungsprozess in den Bereichen Produkte, Prozesse und Vertrieb an. Wobei wir immer schauen, dass das Gute, die Kontinuität und die Zuverlässigkeit erhalten bleiben.

Fazit: Es erstaunt mich immer noch, dass ein Satz so viel Macht hatte und verantwortlich ist, dass ich als Unternehmerin neue Wege gegangen bin, die mich glücklicher, freier und ortsunabhängiger arbeiten lassen. Für unser Unternehmen heißt das, dass wir erfolgreicher
agieren und den Mitarbeitern einen zukunftsorientierten Arbeitsplatz bieten.

2 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Birgit Frese
    21. Oktober 2019 14:48

    Liebe Inga. Der Artikel hat mir als Arbeitnehmerin den Impuls gegeben:
    Arbrbeite an Dir selbst. Du bist das Produkt, das Du später wieder „verkaufen “ willst.
    Lieber Gruß
    Birgit

    Antworten
    • Liebe Birgit, es freut mich, dass mein Blog Dich inspiriert, Dich ins Handeln und Dir einen wichtigen Impuls gegeben hat. Dein Feedback ist die schönste Belohnung für meinen Blogbeitrag! Du bist in den letzten Monaten über Dich hinaus gewachsen. Weiter so! Ich freue mich über unseren weiteren gemeinsamen Austausch. Liebe Grüße Inga

      Antworten

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